Pressemitteilung
Dresden, den 13.07.2020

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Verein „Weiße Flotte Dresden – Freunde der Sächsischen Dampfschiffahrt e.V.“

Eile geboten: Rettet unsere Raddampfer!

  • Wir rufen alle Dresdner, Sachsen sowie Sympathisanten aus der ganzen Welt dazu auf, durch direkte Spenden oder unterstützende Aktionen unmittelbar zu helfen, damit nachhaltige Lösungen herbeigeführt und tragbare Konzepte erarbeitet werden können, um unsere Dampferflotte zu retten!
  • Wir bitten die verantwortlichen Funktionsträger des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden und aller übrigen Gemeinden im historischen Fahrgebiet darum, sich politisch klar für den Erhalt der Weißen Flotte zu positionieren!

Bekanntlich haben die Sächsische Dampfschiffahrts-GmbH & Co. Conti Elbschiffahrts KG (SDS) und deren Töchter am 3. Juni 2020 beim Amtsgericht Dresden die Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Seit einigen Wochen läuft der Investorenprozess. Interessierte haben sich bis zum 13.07.2020 bei der Eigenverwaltung und/oder der Sachwaltung zu melden und deren Interesse am Erwerb von Dampfern und/oder anderer Vermögensgegenstände anzuzeigen. Der Geschäftsbetrieb wird zunächst fortgeführt.

Unser Förderverein hat in den vergangenen Wochen mit diversen Beteiligten, Unterstützern und Vertretern der Politik gesprochen. Bis heute gibt es aber leider keine verbindliche politische Zusicherung seitens des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden oder einer Stadt bzw. Gemeinde im historischen Fahrgebiet, im Investorenprozess mitbieten zu wollen. Eine derartige Erklärung wäre aber dringend geboten!

Die in den Medien einsehbaren Wortmeldungen zur Rettung der Weißen Flotte haben bedauerlicherweise keine belastbare Substanz. Somit droht der im Rahmen der ordnungsgemäßen Insolvenzverwaltung unvermeidliche Zuschlag an einen oder gar mehrere meistbietende Interessenten, die oftmals vorwiegend rein profitorientierte Interessen verfolgen. Die Zerschlagung der seit mehr als 180 Jahren auf der Elbe im oberen Elbtal entlang der Sächsisch-Böhmischen Schweiz, der Landeshauptstadt Dresden und der Sächsischen Weinstraße betriebenen „ältesten und größten Raddampferflotte der Welt“ ist also eine reale Gefahr!

Unser Verein ist der Auffassung, dass die historisch bedeutungsvolle Flotte dauerhaft schützenswert ist, und deshalb als für den Tourismus enorm wichtiges Aushängeschild nicht in private, sondern in staatliche oder kommunale Hände gehört. Die Insolvenz hat gezeigt, dass private Eigentumsverhältnisse für den Erhalt eines „fahrenden Museums“ ungeeignet sind. Der künftige Betrieb der Flotte könnte hingegen durch mehrere, auch private Varianten denkbar sein.

Unser Verein steht wie viele andere Sympathisanten für folgende Ziele:

  • Erhalt der Schiffe und der Fahrbereitschaft der historischen Dampferflotte inklusive der Salonschiffe „August der Starke“ und „Gräfin Cosel“ im aktuellen und historischen Fahrgebiet in staatlicher oder kommunaler Trägerschaft. Strategische Erweiterungen des Fahrgebiets sollten eruiert werden. Heimathafen bleibt Dresden.
  • Erhalt, vor allem des nautischen und technischen Personals und der Ausbildungsstruktur.
  • Schaffung eines öffentlichen Bewusstseins der Dresdner und aller anderen Sachsen zur historischen Bedeutung sowie dem industriehistorischen und kulturellen Wert der Dampfer.
  • Erstellung nachhaltiger touristischer Nutzungskonzepte unter der Erwägung der Möglichkeit zur Einführung neuer Anlegeplätze, dem Ausbau des Fahrgebiets etc.
  • Erhalt klarer politischer Bekenntnisse des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden und aller betroffenen Gemeinden zum Erhalt der Flotte in staatlichen oder kommunalen Händen, insbesondere zur Finanzierung und/oder der Annahme der Flotte als durch Spenden finanziertes Geschenk.
  • Notfalls Erhalt der Flotte in geeigneter Rechtsform mit einem gemeinnützigen ideellen Konzept zur Pflege der Flotte unter Aufrechterhaltung des sehr guten Zustands.

Mangels eines klaren politischen Bekenntnisses hat sich unser Verein dazu entschieden, Spenden zum Erwerb der Flotte zu sammeln. Gleichwohl möchten wir den Freistaat Sachsen, die Landeshauptstadt Dresden und die weiteren betroffenen Kommunen nachdrücklich darum bitten, sich bei uns zu melden. Wir hoffen auf eine verbindliche Erklärung, ob und wie sie sich am Erwerb der Flotte und deren Erhaltung in staatlichen oder kommunalen Händen beteiligen wollen.

Sollte ein Ankauf der Flotte bedingt durch die Folgen der Corona-Pandemie oder aus anderen Gründen nicht möglich sein, mögen sie sich bitte ebenfalls klar erklären und mitteilen, ob sie alternativ die Flotte als Geschenk annehmen würden. Gleichwohl wäre es bereits ein starkes Bekenntnis, unsere Hilfsaktion mit Kräften zu unterstützen!

Unser Verein wird sich bis zu einem klaren politischen Bekenntnis zur Erstellung professioneller Konzepte im Rahmen des Investorenprozesses beteiligen, Unterlagen abfordern und jeden unterstützen, der dieselben Ziele verfolgt wie wir.

Private Investoren mögen sich gerne melden, wenn sie bereit sein sollten, den Erhalt der Flotte analog der Vorstellungen unseres Vereins zu sichern. Unser Verein steht ihnen im Falle eines weiteren Zögerns durch die Politik grundsätzlich offen gegenüber.

Unser Verein wird in den kommenden Tagen und Wochen mehrere Aktionen mit Unterstützern starten, um die oben dargestellten Ziele zu erreichen. Sympathisanten aller Art sind herzlich dazu eingeladen, unseren Verein zu unterstützen sowie weitere Ideen und Maßnahmen anzubieten.

„Beim Wiederaufbau der Frauenkirche haben wir gemeinsam schon einmal eine enorme Kraft entfaltet. Lasst uns JETZT auch die Dampferflotte retten!“, betonte Dirk Ebersbach, Vorstandsvorsitzender des Vereins.

Spenden erbittet der Verein auf folgendes Konto:

Ostsächsische Sparkasse Dresden
IBAN DE35 8505 0300 0221 1816 87
BIC: OSDDDE81XXX

Rechtsanwaltsanderkonto für Großspenden ab 1.000,00 €:
Deutsche Kreditbank AG
IBAN DE33 1203 0000 1008 4472 35
BIC: BYLADEM1001

Im Falle der Nichterreichung unserer Ziele würden wir diese größeren Spenden an die Zuwender dankend zurückzahlen. Sie könnten sodann natürlich erneut selbst entscheiden, wie die großzügigen Beträge eingesetzt werden sollten. Der Verein hofft, dass dies nicht nötig wird, möchte durch das beschriebene Vorgehen aber gleichfalls den Anreiz für solche Großspenden erhöhen. Wir bieten an, zu Möglichkeiten der steuerlichen Begünstigung solcher Großspenden unverbindliche Hinweise zu erteilen.

Der Verein geht davon aus, dass das Ansammeln eines Spendenbetrags in mittlerer einstelliger Millionenhöhe erforderlich sein wird, um die Flotte im Ganzen zu erwerben und zu erhalten. Die konkrete Höhe wird sich erst im Investorenprozess ergeben. Vorstandsmitglied Nicole Scholze, beruflich Rechtsanwältin und selbst Insolvenzverwalterin, weist auf die Dringlichkeit hin: „Die Zeit zum Sammeln von Spenden ist bedingt durch die zeitlichen Vorgaben des anhängigen Insolvenzverfahrens äußerst kurz.“ Der Verein beziffert den Zeitraum mit ca. sechs bis maximal acht Wochen, innerhalb derer ein Zuschlag an einen Investor zu erwarten ist. „Sobald der Zuschlag erfolgt ist, wäre politischer Einfluss kaum noch möglich.“ so Scholze weiter.

Weitere Informationen zum Verein

Der Verein „Weiße Flotte Dresden – Freunde der Sächsischen Dampfschiffahrt e.V.“ wurde am 11. September 2019 aus Anlass der in 2019 bereits drohenden Insolvenz nach Niedrigwasser und Fahrtausfall gegründet. Er ist gemeinnützig. Mitglieder sind Unterstützer und Freunde der Dampfschiffahrt aus dem gesamten Bundesgebiet und dem europäischen Ausland. Wir leisten Öffentlichkeitsarbeit und betreiben themenorientierte Projekte rund um die Dampfer. Wir sind angetreten, um die Dampfschiffahrt mit allen zum Flottenverband gehörenden Schiffen im historischen Fahrgebiet zu erhalten.

Kontakt

Weiße Flotte Dresden – Freunde der Sächsischen Dampfschiffahrt e.V.
Terrassenufer 2
D-01067 Dresden

Ihre Ansprechpartner

Dirk Ebersbach
Vorsitzender des Vorstands
Mobil: 0173 – 3714205

Nicole Scholze
Mitglied des Vorstands
Mobil: 0174 – 1732941

info@weisseflotte-dresden.de

Hinweis:
Großspenden auf das Rechtsanwaltsanderkonto werden im Falle der Nichterreichung der Ziele aus der Pressemitteilung vom 13.07.2020 an die Zuwender dankend zurückgezahlt. Sie könnten sodann erneut selbst entscheiden, wie die großzügigen Beträge eingesetzt werden sollten. Der Verein hofft, dass dies nicht nötig wird, möchte durch das beschriebene Vorgehen aber gleichfalls den Anreiz für solche Großspenden erhöhen. Wir bieten an, zu Möglichkeiten der steuerlichen Begünstigung solcher Großspenden unverbindliche Hinweise zu erteilen.